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dies & das

Unsere Begründung für die Absage des Hoffestes am 10. Sept. 2022

 

 

24.07.2022

Liebe Musiker, (und liebe Leser dieses Briefes)

schweren Herzens und mit zwei Tränen im Knopfloch, aber der Vernunft gehorchend, sagen wir (nach unserer einschlägigen Wochenendkonferenz) hiermit unser für den 10. September geplantes Hoffest (zumindest für dieses Jahr) ab! Die Begründung, in einem Wort, dauert nur 6 Buchstaben lang, zieht aber ca. 850 weitere Wörter nach sich...:

 

Allgemein betrachtet sieht die Covid-Situation für uns so aus:

Die hysterische Stimme der Freiheit hat dem ehemaligen Mahner zur Vorsicht, nun als Minister das Gehirn gewaschen und dem Grundrecht auf „Jedem sein Corona“ zum Durchbruch verholfen. Das Virus nahm die Einladung zur ungebremsten Vermehrung durch Aufhebung so gut wie aller Vorsichtsmaßnahmen dankend an. Demzufolge sagen die Direktoren maßgeblicher Kliniken in BW soeben (in Interviews mit dem SWR) unisono voraus, dass wir sehenden Auges in eine Katastrophe mit Ansage laufen. Und im Norden der Republik sind jetzt schon wieder die ersten Intensivstationen vollgelaufen.

 

Das RKI schreibt aktuell: »Durch die [große] Verbreitung der Omikronvariante kann es regional dennoch zu einer Einschränkung der Kapazitäten für die adäquate medizinische und intensivmedizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit anderen schweren Erkrankungen kommen. Dieser Effekt kann sich durch Zunahme anderer respiratorischer Erkrankungen z.B. durch Influenza erheblich verstärken.… Die Pandemie ist nicht vorbei! Gesamtgesellschaftliche Anstrengungen sind weiterhin nötig, um das Krankheitsgeschehen weiter unter Kontrolle zu behalten. Jede Bürgerin/jeder Bürger bzw. jede Einrichtung kann durch Nutzen der Impfung und durch Einhaltung von Infektionsschutzmaßnahmen im privaten, beruflichen und öffentlichen Bereich zur Verhinderung von Erkrankungen beitragen.« Und dazu lese ich, ebenfalls in einer aktuellen Einschätzung des RKI, dass Long Covid unabhängig von der Schwere der Symptomatik, also auch nach leichten Fällen, eintreten kann (mindestens 3 Long Covid-Fälle sind uns auch in unserem eigenen kleinen Erfahrungsraum bekannt).

 

Jeder kann beitragen… tja, wenn da bloß nicht die kurzsichtige Stimme der Unvernunft wäre… Die Krakeeler*innen aus dem Umfeld der Verschwörungs-Spinner haben das Ihre dazu beigetragen, dass ein allzu großer Anteil unserer Gesellschaft nach wie vor die Impfung ohne medizinische Indikation ablehnt und so ebenfalls das Virus beim munteren Mutieren unterstützt – also haben wir denn ein weiteres Mal den Salat…!  Aber so ist das eben in der Demokratie: mit gefangen, mit gehangen – o. k., lieber noch so, als unter irgendeinem Kriegsverbrecher zu leben…

 

Im Konkreten stehen hinter unserer Entscheidung einerseits die inzwischen wieder exponentiell gestiegenen und weiter steigenden Fallzahlen insgesamt. Diese bilden jedoch die wirkliche Infektionslast in der Gesellschaft keineswegs zutreffend ab, da sie lediglich auf den offiziellen Labortests beruhen. Die aber sind nur noch für wenige Situationen verpflichtend. Man kann die Zahlen sehr wahrscheinlich ohne Übertreibung verdreifachen – und sie werden am Ende der Urlaubssaison weiter in die Höhe schnellen.

 

Außerdem wurde unsere Entscheidung durch eine zunehmende Menge an Erkrankungen im engeren und weiteren Kollegen- und Bekannten-Umfeld beeinflusst, zum überwiegenden Teil mit sehr unangenehmen Verläufen, auch wenn niemand davon auf die Intensivstation musste – und es handelte sich durchweg um Leute, die maximal etwa halb so alt waren wie ich, zum guten Teil durchtrainiert, durchgeimpft und ohne wesentliche Vorerkrankungen. Unser Publikum besteht aber zu einem großen Teil aus Menschen meiner Altersgruppe und meines Gesundheitsstatus. (Und unseren Bürgermeister und Vorstandsmitglied der Gilde hat es nach seiner offiziellen Einführungsfeier zur dritten Amtszeit auch erwischt.) 

 

Nach einem Zirkusprojekt in der Schule meiner Frau, das aus Coronagründen bereits abgespeckt konzipiert war, gab es trotzdem reihenweise Corona-Infektionen bei Schüler*innen und deren Familienmitgliedern. Von 26 Schülern hatte sie zeitweise noch 11. Auch im Kollegium fielen nacheinander fast alle und fünf gleichzeitig mit Corona aus. 

Eine Dimension größer: Nach dem Peter-und-Paul-Fest stiegen in Bretten und im Enzkreis die offiziell erfassten Fallzahlen  signifikant an. Und eine Dimension heftiger: Gestern erfahre ich, dass der 35-jährige Onkel (sportlicher Fußballtrainer) eines Schülers meiner Frau dieser Tage ganz plötzlich mit multiplem Organversagen an Covid verstorben ist! So viel zum Thema »…trifft ja nur die Alten«. 

 

Aber unbeeindruckt lebt das ganze Land ohne Vorsicht, feiert ungeschützt ohne Grenzen und stürzt sich wie besessen in den Urlaub, als gäbe es kein Morgen. Wie heißt es doch so schön im Alten Testament beim Tanz um das goldene Kalb: »Lasst uns fressen und saufen, denn morgen sind wir tot!« Und beim Einkauf muss meine Frau sich von einem jungen Tölpel anmachen lassen: »Wissen Sie eigentlich nicht, dass man keine Maske mehr braucht?«

 

Wir wollen unseren Beitrag leisten und würden uns als goldenes Kalb lieber die Gesundheit wünschen anstelle einer albern missverstandenen Freiheit. Wir bedauern das Ganze sehr, aber wenn die Anzahl unvernünftiger Entscheidungen auf politischer Ebene wie im Privaten eine kritische Grenze überschreitet, werden wir noch schlechtere Karten haben! 

 

Nichtsdestotrotz wollen wir jetzt aber nicht den Kopf in den Sand stecken und gar nichts tun, sondern versuchen, je nach der weiteren Entwicklung und je nach dem Zuspruch, den der erste Versuch finden wird, das Fest in Einzelkonzerte aufzuteilen, bei denen dann Maskenpflicht herrscht und nicht bewirtet wird - Alles schon mal da gewesen, aber die Dummheit des Menschen ist unantastbar. (Oder wir holen das Hoffest im nächsten Sommer nach.

 

Den ersten Versuch starten wir zum vorgesehenen Datum (10. Sept.) mit meinem Klassenkameraden Ali Claudi, weil es für uns beide ein schon vor Jahren ins Auge gefasstes Event ist, das nun endlich Wirklichkeit werden soll – in dem Jahr, das uns beiden die Acht vor die Null schiebt! Außerdem deshalb, weil auch noch ein Anschlusskonzert von Ali am Sonntag, dem 11. September im Kulturverein Schulze, Pforzheim, vereinbart war. 

Die übrigen Musiker, die dankenswerter Weise zugesagt hatten, bitten wir um Verständnis.

 

 

Herzliche Grüße, kommen Sie gut durch die verrückten Zeiten und bleiben Sie gesund!

Norbert Jüdt

 

Gez.

Barbara Dabbagh

Michael Schmidt

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