Bericht von Herrn Rudolf Wesner - Kulturpressedienst - 16. April 2007

Künstlergilde Buslat eröffnet erste Ausstellung in neuen Räumen

Bilder von Gerd Neisser und Keramik-Objekte von Doris Neisser-Steinkraus werden gezeigt

Neulingen – Wie bereits berichtet, fand die Künstlergilde Buslat auf dem zur Gemeinde Neulingen gehörende Katharinentaler Hof ein neues Domizil und kehrte somit wieder in ihren ursprünglichen Heimatort zurückgekehrt. Am Sonntagvormittag wurde der neue Galerieraum eröffnet. Zahlreiche kunstinteressierte Besucher kamen zur Vernissage der ersten dortigen Ausstellungen, in der Farbstiftbilder von Gerd Neisser und keramische Objekte von Doris Neisser-Steinkraus bis zum 6. Mai 2007 gezeigt werden.

Diese Veranstaltung hatte insofern einen für eine Ausstellungseröffnung besonderen Charakter, als zunächst der Neulinger Bürgermeister Michael Schmidt, der Kulturreferent des Enzkreises, Roland Hübner, und der Besitzer des Katharinentaler Hofes, Hans Bosch, Grußworte sprachen, in denen sie der Künstlergilde Buslat in ihrem neuen Domizil langjährige erfolgreiche Arbeit wünschten. So stellte Bürgermeister Michael Schmidt hoch erfreut fest, „Die Gemeinde Neulingen hat Grund zum Feiern, denn die Künstlergilde Buslat ist in ihre Heimatgemeinde zurückgekehrt. Wir haben es stets sehr bedauert, dass die Gilde nicht mehr in Neulingen war“. Großes Lob sprach der Neulinger Rathauschef für die Familie Hans und Hedwig Bosch, den Besitzern des Katharinentaler Hofguts, aus, die den Umbau des ehemaligen Stallgebäudes in eine Kunstgalerie mit enormem Engagement ausführte. „Unsere Gemeinde darf stolz sein, solche engagierten Mitbürger zu haben“, erklärte Michael Schmidt unter dem Beifall der zahlreichen Besucher der Eröffnungsveranstaltung. Er dankte zugleich auch seinen Mitarbeitern und den Angehörigen des Neulinger Bauhofs, die tatkräftig an den Renovierungsarbeiten mitwirkten. Kunst brauche stets Förderer und in dieser Hinsicht herrschte im Gemeinderat Neulingen große Aufgeschlossenheit, fügte der Bürgermeister abschließend hinzu.

Die Vorsitzende der Künstlergilde Buslat, Waltraud Braun, dankte ihrerseits der Familie Bosch sowie der Gemeinde Neulingen für die außerordentlich tatkräftige Unterstützung bei der Renovierung und Einrichtung des Ausstellungsraumes. Heute könne man sich gar nicht mehr vorstellen, was hier geleistet wurde, betonte die Rednerin. Dabei sei es gelungen, möglichst viel vom ursprünglichen Charakter des Raumes zu erhalten. Künftig wolle die Künstlergilde Buslat in ihrem Galerieraum auf dem Katharinentaler Hof nicht nur Ausstellungen bieten, sondern auch Konzerte oder Lesungen, meinte Waltraud Braun.

Für die Familie Bosch trat Hans Bosch an das Rednerpult und bedankte sich herzlich für das große Lob. Er wies in seinem Grußwort darauf hin, dass seine Familie seit über 40 Jahren auf dem Katharinentaler Hofgut lebe und arbeite. Es sei jedoch unumgänglich, mit der Zeit zu gehen und sich neuen Gegebenheiten anzupassen und so sei es zu verstehen, dass nach 200 Jahren Kuhstall in diesem Gebäude nun Kunstausstellungen stattfinden würden. Dieses Projekt der Künstlergilde Buslat komme dem Bemühen seiner Familie, die Ruhe und das Ambiente des Hofes auch weiterhin beizubehalten, schloss Hans Bosch seine Rede. Virtuos und ungemein feinstimmig umrahmte den festlichen Anlass der extra aus Norwegen angereiste Harfenist Tobias Southcott, einem Verwandten des Künstlerehepaars.

Der frühere Leiter der Freien Kunstschule Stuttgart, Gerd Neisser, zeigt in der Ausstellung der Künstlergilde Buslat Bilder in einer von ihm selbst stetig weiter entwickelten Farbstifttechnik. Seine von intensiver Farbenfülle geprägten abstrakten Werke sind, wie der Künstler in einer weit ausholenden Rede erklärte, nicht im Atelier, sondern in der freien Natur, vor allem in Südfrankreich und auf der Insel Lanzerote entstanden. Er habe die Natur als „Souffleuse“ gebraucht, meinte Neisser und setzte sich in seinen Ausführungen mit der Frage auseinander, ob seine Arbeiten Malerei oder Zeichnung darstellten. Doch der Rundgang durch die Ausstellung belegt unbezweifelbar, dass der malerische Charakter der Bilder überwiegt, obschon immer wieder deutlich auch zeichnerische Elemente darin wahrnehmbar sind. Die in mehreren Schichten aufgetragenen klar leuchtenden Farbflächen, die zudem bestechend harmonisch zueinander gefügt wurden. lockerte Gerd Neisser in einigen Exponaten mittels einer dichten, stark ausgeprägten Liniatur auf, die er diagonal darüber ausbreitete. Andere Farbstiftarbeiten weisen markante Strukturen auf, die wie mit einem breiten Pinsel aufgetragen wirken und deshalb im Gestus sehr bewegt erscheinen.

Aus Ton schuf Doris Neisser-Steinkraus ihre Objekte, die zwar noch figurativ sind aber dennoch in einer deutlich reduzierten Formensprache gestaltet wurden. Aus der Natur wie überhaupt aus realen Dingen entlehnte die Künstlerin aus Stuttgart die Strukturen ihrer Arbeiten. Die Keramikerin liebt, wie sie selbst sagte, fragmentarische Formen. Vielfach sind die Objekte an der Oberfläche rau und schrundig, unter anderem weil sie mit der Raku-Brenntechnik behandelt wurden, was ihnen den Ausdruck des Archaischen verleiht. Andere wurden mit in den Farben erdig verhaltenen Glasuren versehen.

Öffnungszeiten der Ausstellung der Künstlergilde Buslat im Katharinentaler Hof: samstags 15 bis 18 Uhr, sonntags 11 bis 18 Uhr. Die Künstler sind abwechselnd in ihrer gemeinsamen Ausstellung anwesend. Rudolf Wesner

Ausst.2329a/16.04.2007